Californication

Ich bin in den Genuss der zweiten Staffel Californication gekommen. Zur Zeit schaue ich die 11. von 12 Folgen.

Diese Serie ist absolut unterschätzt worden. Ich gebe zu, die Serie ist sicher nichts für jeden. Und das scheint die Mehrheit zu sein. Leider, denn so war bisher von der 2. Staffel nichts im TV zu sehen. Ich nenne die Serie auch “Sex and the City für Kerle” oder “Two and a half Man Hardcore XXL ohne half man”. Ok, zweiteres liegt zum Teil daran, dass Hank Moody (David Duchovny) und Charlie Harper (Charlie Sheen) sich eine Synchronstimme (Benjamin Völz) teilen. Allerdings ähneln sich die Figuren oberflächlich sogar. Beide trinken oft und gern, haben ein mehr als ausschweifendes Sexualleben. Und sind dafür bekannt. Beide haben einen kreativen Beruf. Charlie schrieb zunächst Werbe-Jingles, um später Kinderlieder zu singen. Hank ist Schriftsteller.

Allerdings unterscheiden sich die Serien auf mehr als einen Blick. Two and a half Men ist eine Sitcom. Die vielleicht beste Sitcom, die zur Zeit auf Erden läuft, aber eben nur eine Sitcom. Californication ist… eine… Dramaserie. Aber sehr witzig. Aber eigentlich ein Drama. Das ist so ein bisschen das Dr.-House-Syndrom. Ebenfalls eine Serie, die bei aller Dramatik seeehr witzig ist. Bei House sind dessen Sprüche und Interaktion mit anderen Figuren lustig. Bei Californication sind es die Dialoge und die Unberechenbarkeit. Und die Sprüche. Und einfach Hank. Aber Dr. House ist wesentlich erfolgreicher. Gut, der Sendeplatz ist wesentlich besser. Californication kann allein aufgrund des Jugendschutzes nicht vor 22:15 Uhr laufen.

Das liegt zum einen an der derben, aber trotzdem sehr direkten und stilvollen Sprache. Zum Anderen liegt es daran, dass in jeder Folge Titten gezeigt werden. Ja, ich muss es so direkt sagen. Aber es passt zur Serie und ist definitiv keine Säule von Californication.

Die erste Staffel hat mir schon sehr gefallen. Und obwohl ich seit dem Ende der ersten Staffel nichts von der Serie gesehen habe, konnte ich mich sofort wieder in die Charaktere hineinversetzen und mit ihnen Spaß und Trauer erleben. Dazu sind die Nebencharaktere viel interessanter als in Staffel 1. Callum Keith Rennie als Musikproduzent Lew Ashby ist ein Highlight. Er und David Duchovny spielen sich gegenseitig an die Wand und überzeugen auf ganzer Linie. Der Rest des Casts weiß wieder zu überzeugen. Schön ist, dass Langweiler Bill Lewis (Damian Young) nicht mehr auftaucht. Die Plots sind überraschend und spannend. Ich freue mich jetzt auf das Staffelfinale und empfehle die Serie.

Beide Daumen hoch.

4,5 von 5 Sternen.

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